Checkliste für die Nachfolge

Published by Silvia Florentine Rybka am 4. Oktober 2025

Ist Ihr Unternehmen nachfolgefit?

Nachfolge ist kein „Termin am Freitag“, sondern ein Prozess. Wer ihn strukturiert angeht, reduziert Reibungsverluste, hält den Betrieb stabil – und erhöht in der Regel den erzielbaren Preis. Warum?

  • Transparenz statt Bauchgefühl: Klare Zahlen, klare Verantwortungen, klare Risiken. Käufer lieben Planbarkeit (Banken übrigens auch).
  • Tempo ohne Hektik: Ein roter Faden spart Zeit: Teaser → NDA → LOI → Due Diligence → Signing/Closing. Kein Masterplan für die Schublade, sondern ein Fahrplan, der im Alltag funktioniert.
  • Menschen mitnehmen: Schlüsselpersonen sichern Wert. Wer sauber kommuniziert, verhindert Flurfunk.
  • Die richtigen Partner am Tisch: Steuerberater, Rechtsanwalt/Notar, Finanzierungspartner – und ein erfahrener Sparringspartner, der moderiert, priorisiert und (mit einem kleinen Zwinkern) sagt, wann „Braut schön machen“ noch reicht und wo echte Baustellen sind.

Kurz: Struktur schafft Wert. Und Überraschungen sind für Geburtstage – nicht für Due Diligences.


✅ Nachfolge-Checkliste zum Abhaken

[ ] Stellvertretung & Verantwortungsmatrix dokumentiert

  • RACI/Verantwortungsmatrix für Kernprozesse (Vertrieb, Einkauf, Produktion/Leistung, Finanzen).
  • Vertretungen bei Urlaub/Krankheit geregelt (inkl. Bank-/Unterschriftsvollmachten).
  • Organigramm aktuell, Aufgabenbeschreibungen hinterlegt.

[ ] Monatsreporting mit KPIs, Cash & Working-Capital-Steuerung

  • Standard-Report bis zum 10. Werktag (BWA, Soll/Ist, Forecast).
  • KPIs definiert: Auftragseingang, EBIT, Liquidität, DSO/DPO/DIO, WC-Bridge.
  • 13-Wochen-Liquiditätsvorschau etabliert.

[ ] Verträge & IP geprüft, Risiken adressiert

  • Kunden-/Liefer-, Miet-, Leasing-, Lizenzverträge inkl. Laufzeiten/Optionen geordnet.
  • IP sauber: Marken, Domains, Software-/Quellrechte, Patente.
  • Red Flags bewertet: Change-of-Control, Kündigungsrechte, Abhängigkeiten (>20% Umsatz).

[ ] Datenraum vorbereitet (Fin / Legal / HR / IT / ESG)

  • Struktur + Index stehen (Read-only, Versionierung, Zugriffsrechte).
  • Finanzen: 3–5 Jahre Abschlüsse, BWA, Susa, Planungen, Investitionsliste.
  • HR: Organigramm, Arbeitsverträge, Schlüsselfunktionen, Vergütungslogik.
  • IT: System-/Lizenzliste, Schnittstellen, Backups, Cyber-Basics.
  • ESG: Zertifikate/Nachweise (z. B. Energie, Arbeitssicherheit), erste Kennzahlen.

[ ] Kultur- & Kommunikationsplan (insb. Schlüsselpersonen)

  • Schlüsselträger identifiziert; Retention-Ideen (Bonus, Beteiligungsmodelle, Weiterbildung).
  • Kommunikationsplan: Wer erfährt wann was – intern & extern (keine Gerüchteküche).
  • Übergabeformate: Shadowing, Doku, „Chef-Wissen“ explizit machen.

[ ] Klarer Zielrahmen: Rolle, Preislogik, Struktur, Timing

  • Verkäuferrolle: Zeitraum der Mitarbeit, Beirat/Mandat, Earn-out ja/nein.
  • Preislogik: Multiple/DCF definiert; Net-Debt & Working-Capital-Mechanik geklärt.
  • Dealstruktur: Share vs. Asset Deal – steuerlich & rechtlich vorgeprüft.
  • Meilensteine & Timeline (Teaser → NDA → LOI → DD → Signing → Closing) festgelegt.

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